Lughnasadh

Lughnasadh – das Fest der Schnitterin

Den Höhepunkt des Jahreskreises haben wir mit der Sommersonnenwende überschritten. Ganz langsam, fast noch unmerklich aber dennoch im Hintergrund spürbar, nähern wir uns nun dem Herbst. Die Tage nehmen wieder ab, die Nächte sind teilweise schon kühl, morgens zieht sanfter Nebel über die Täler, erste Spinnweben glänzen im Morgentau. Und genauso sind die Tage teilweise die heißesten im Jahr, überall leuchten die kräftigen Farben der Natur, bevor sie sich bald in sanfte, goldene, erdfarbene, rötliche Herbsttöne verwandeln. Alles steht in seiner vollen Kraft und doch schwebt schon die leise Wehmut des Vergänglichen mit. Doch bevor der Herbst zur Tag-Nacht-Gleiche Einzug hält, genießen wir noch die Spätsommertage und feiern das Fest Lughnasadh. Das erste Erntefest im Jahr ist der Kornernte gewidmet.

Das Fest Lughnasadh

Andere Begriffe für Lughnasadh sind Lammas, was übersetzt so viel wie Laib-Messe bedeutet und sich ableitet aus dem neuenglischen loafmass. Nach der Ernte wurde der erste Brotlaib gebacken und den Göttern und Elementen als Opfer gebracht. Früher war es selbstverständlich, der Natur und den Göttern immer etwas zurück zu geben. Es wurde immer ein Ausgleich zwischen Nehmen und Geben geschaffen.

Im Christentum ist das Fest auf den 15. August, zu Ehren der Maria als Maria Himmelfahrt gelegt.

Mancherorts kennt man es auch als Kräuterweihe, da die magische Heilkraft der Kräuter nun besonders stark ist und die weisen, kundigen Weiber diese für den Winter und zu Heilzwecken sammelten und verarbeiteten. Auch die bekannten Kräuterbuschen wurden jetzt gebunden und in Haus und Hof aufgehängt, um die Bewohner zu schützen. Später im Jahr wurden bei großen Ereignissen wie Geburten, Tod oder auch Unwetter, welche früher verheerend für die Menschen sein konnten, die Kräuter aus dem Buschen verräuchert oder als Tee zubereitet. Sie galten als heilig.

Auch als Fest der Schnitterin ist Lughnasadh bekannt. Wandelte sich doch langsam die fruchtbare Göttin in die alte Weise und zog mit ihrer Sichel über die Felder, um den Ähren den tödlichen Schnitt der Ernte zu verpassen. Leben und Tod liegen wie so oft dicht beieinander. Der Tod des Getreides sicherte den Menschen das Überleben in den kalten, harten Wintern. War es doch ein Hauptnahrungsmittel früher.

Wann wird das Fest gefeiert

Es gibt verschiedene Termine, das Jahreskreisfest Lughnasadh zu zelebrieren.

Neuheidnisch hat sich der 1. August bzw. die Nacht auf den 1. August eingebürgert. Manche gehen auch nach dem 8. Vollmond im Jahr (Getreidemond). Die Kirche hat den 15. August, Maria Himmelfahrt, dafür gewählt. Für mich ist es stimmig, in der abnehmenden Mondphase zu feiern, geht es doch bei der Schnitterin auch um das Durchtrennen und Auflösen, da biete sich diese Zeit für mein Gefühl am besten an. Spüre selbst hinein, wann es für dich passt und verlasse dich auf dein Gefühl. Es geht nicht um einen festen Tag, sondern um die Energie, welche über den jeweiligen Zeitraum herrscht. Früher war man noch viel mehr mit dem Jahreskreis, den Elementen, dem Wetter, dem Mond usw. verbunden. Unsere Vorfahren wussten, wann der beste Erntezeitpunkt ist und dann wurde entsprechend Lughnasadh gefeiert.

Die Energie dieser Zeit

Das sind auf jeden Fall die Fülle und auch Dankbarkeit, (Ernte)Segen und genau so auch trennen und lösen, Einstimmen auf den nahenden Herbst, die Vergänglichkeit, Leben und Tod dicht beieinander.

Die Natur zeigt sich nochmals in ihrer vollen Pracht, die Tierkinder des Jahres sind zu kräftigen Jungtieren herangewachsen, die Felder leuchten gelb, die Beeren sind bzw. werden bald reif, die Heilpflanzen besitzen nun große, magische Kräfte. Gewitter ziehen über die Lande und entladen ihre geballte Energie, Wetterleuchten zeigt uns an, dass es so viel mehr zwischen Himmel und Erde gibt, die Blitze verbinden Himmel und Erde miteinander. Und ganz zart, aber dennoch so stark, dass wir es nicht ignorieren können, mischt sich die Melancholie, die leise Wehmut mit ein. Spinnweben mit ersten Tautropfen in der Natur, leichte Nebel am Morgen, kühle Nächte und nicht mehr ganz so lange Abende bereiten uns sanft, aber unaufhaltsam auf den nahenden Herbst vor. Das sind einige der Aspekte von Lughnasadh.

Wie wir dies Lughnasadh Zeit am besten nutzen können

Feiere noch einmal mit Freunden Feste am Feuer, genieße es, dass noch alles da ist, genieße die Wärme und die Kraft der Sonne, freue dich über die Fülle der Natur, wecke Obst und Gemüse ein, gehe raus in die Natur und SEI einfach.

Schaue zurück im Jahr, was du schon alles erreicht hast. Erkenne es, erkenne DICH an. Gerade dieses Jahr war nicht leicht und dennoch bist du deinen Weg bis hier hin gegangen.

Was darf sich noch verändern, wo folgst du noch nicht ganz deinem Weg? Schaue es dir an und leite die nächsten Schritte ein.

Zu Lughnasadh darfst du dich ganz bewusst von etwas trennen, durchtrennen, lösen. Mach einen Schnitt. So wie die Schnitterin unwiderruflich das Korn mit ihrer Sichel durchtrennt, überleg dir, was du nun endgültig aus deinem Leben entfernen möchtest. Mache ein Ritual und durchtrenne eine Verbindung, eine Situation, eine Angewohnheit ganz bewusst. Vielleicht durchschneidest du symbolisch einen Faden oder du nutzt wirklich die Sichel und trennst Gras bzw. Korn und dies im Bewusstsein, dass es sich um „dein Thema“ handelt. Nutze die aktuelle Energie um einen bewussten Schnitt zu setzen.

Die magischen Heilpflanzen zu Lughnasadh
Die magischen Heilpflanzen zu Lughnasadh

Rituale zu Lughnasadh

Feuer

Entzünde ein Feuer zu Ehren des großen Sonenngottes Lugh, der ein Namensgeber für Lughansadh sein könnte. Vielleicht kommt der Name aber auch vom altgällischen Lugdunum, was früher für August stand. Dem Feuer kannst du auch Heilkräuter, Getreide/Brot opfern oder deine Kornpuppe verbrennen und um Segen bitten.

Binde Kräuterbuschen

Man sagt, zu dieser Zeit haben die Pflanzen eine dreimal so starke Kraft als sonst. Sammle Kräuter und Heilpflanzen, die dich ansprechen, die du kennst und die dir und deiner Familie und Tieren helfen. Man sagt, es sollen 9, 12, 14 oder 15 Kräuter in den Buschen, andere Überlieferungen sprechen von einer magischen Zahl zwischen 7 und 99. Das Zentrum bildet oftmals die gelbe, majestätische Königskerze, eine Wetterpflanze, die vor Unwettern schützen soll. Dazu nimmst du dann entsprechend weitere Pflanzen und bindest diese zu einem schönen Buschen/Strauß.

Mancherorts gehören bestimmte Pflanzen in den Buschen, etwas Disteln um „das Böse“ abzuwehren, oder Klette, um Energien an der Haustüre abzufangen, damit sie erst gar nicht ins Haus kommen, Wetterkräuter, Kräuter gegen Erkältung (Thymian, Dost), Sonnenkräuter (Johanniskraut), Schutzkräuter (Brennnessel), Frauenkräuter (Frauenmantel, Schafgarbe), der heilige Beifuß und auch einige Ähren durften mit in den Buschen.

Beim Binden webte man Gebete und gute Wünsche mit ein. Auch die Zahl der Wicklungen, um alles zu fixieren, spielte eine Rolle. Der fertige Buschen wurde vor/an die Haus- bzw. Stalltür und unter den Dachstuhl gehängt. Mancherorts gibt es die Herrgottswinkel, auch dort kann er angebracht werden. Der Buschen hängt dort für ein Jahr und wird dann ersetzt.

Ein schöner Brauch, den wir unbedingt wieder aufleben lassen sollten, oder?

Magische Heilkräuter sammeln

Jetzt ist auch noch ein sehr guter Zeitpunkt, Heilkräuter zu sammeln und daraus Teemischungen, Elixiere, Tinkturen, Öle und Salben, etc. herzustellen.

Auch Räucherwerk kannst du nun zusammenstellen, Räucherbündel wickeln oder selbst Räucherstäbe herstellen. Sammle auch die Pflanzen für Kräuterkissen, diese sind eine Wohltat für Mensch und Tier.

Medizinbeutel herstellen

Um die geballte Pflanzenkraft, und vielleicht weitere Kraftgegenstände immer bei dir zu haben, kannst du dir einen Medizinbeutel herstellen.

Nimm ein natürliches Material bspw. Leinen und nähe dir ein Beutelchen entweder für in die Hosentasche oder zum Umhängen. Beachte auch die Farbe deines Beutels und der Schnur, mit der du ihn zubindest. Blau steht bspw. für Schutz, rot für Energie usw. In das Beutelchen gibst du nun die entsprechenden Kräuter und ggf. weiter Dinge, die passend sind wie Federn, Steine, Holz, Muscheln etc.

Mache ein kleines Ritual, bitte bspw. die Elemente um ihre Energie und weihe deinen persönlichen Medizinbeutel ein. Trage ihn immer bei dir und wissen, du bist beschützt und mit der Kraft der Pflanzen verbunden.

Kornpuppen binden zu Lughnasadh

Als Opfer oder auch Schutz kannst du Kornpuppen binden.

Nimm dazu einige Ähren mit Halm und bind diese unter den Ähren, sozusagen als Haare. Dann binde ein paar Zentimeter darunter wieder etwas von dem Halmen ab und fülle diese mit Heu, Gras, Blätter oder Blüten. Das ist der Kopf. Nun fächere die restlichen Halme auf wie ein Kleid und schon hast du deine Kornpuppe. Oder teile die Halme in zwei Hälften und binde diese ab, dann hast du eine männliche Kornpuppe. Du kannst natürlich noch kreativer werden und sie verschönern 😉.

Die Puppe kannst du nun ebenfalls weihen und ihr eine „Aufgabe“ geben bspw. „beschütze unser Haus“ „sorge für gute Energie“ usw. Oder du übergibst sie als Dankesopfer dem Lugh-Feuer. Bedanke dich auf jeden Fall bei der Natur mit kleinen Gaben, das ist grundsätzlich eine schöne Geste.

Brotopfer

Aus dem ersten Korn wurde das erste Brot im Jahr gebacken und den Göttern geopfert.

Backe auch du ein Brot aus gutem, vollem bio Korn und teile es bspw. mit Nachbarn oder Freunden. Gib auch den Tieren und der Natur davon etwas ab. Oder trefft euch am Lugh-Feuer und bereitet Stockbrot zu.

Es gäbe noch einiges mehr zu erzählen zum Schnitterinnenfest und bestimmt kennst du weitere Rituale? Dann schreibe mir gerne, ich freue mich, von dir zu lesen.

Ina Allard Weltenwandlerin

Hey, ich bin Ina - Weltenwandlerin

Ich habe meine Welt gewandelt.
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Ich wandle zwischen den Welten.

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